Freitag, 17. Juli 2015

Wir wurden ausquartiert - Vogelparadies im Renovierungsgebiet....

Hallo Ihr Lieben!


Der Titel verräts. Mitten im größten Abriss-, Entkernungs-, Renovierungschaos haben wir anscheinend ein Brutparadies auf 40qm geschaffen. Wir wurden aus unserem Innenhof geschmissen, Vogelbrut sei Dank.....

Alles fing ganz harmlos an. Morgens am Wochenende hab ich ein Rotschwanzpäarchen beobachtet. Sie saßen auf dem Dach unserer Scheune, also ganz harmlos...
Dann ein paar Tage später flogen sie IN unsere Scheune, bzw. durch einen Schlitz in der Holzverkleidung des Scheunendachbodens.
Hmmm, dachte ich... das wäre zwar ganz schön, wenn sie dort brüten, aber auch extrem unpraktisch weil quasi direkt über unserer Terrassentür zum Innenhof, also störanfällig für die Vögel und für uns irgendwie auch....

Naja, das hat das Vogelpaar doch nicht sehr gestört, sie sind eingezogen und wir haben uns schon damit abgefunden, unseren kleinen Innenhof nicht mehr so oft zu benutzen. Er ist wirklich sehr klein, von allen Seiten geschlossen und wir hätten uns direkt in der Einflugschneise zum Nest befunden.
Doof, da das unsere einzige Möglichkeit ist, draussen zu sitzen (die Dachterrasse ist nicht benutzbar, da Dachsanierung, ihr wißt ja vielleicht...)
Naja, die sind ja in der Scheune, dachte ich... also alles halb so wild, man kann sich ja ein wenig aus dem Weg gehen....

Und dann kam das nächste Vogelpaar und hat schnell und heimlich ein Nest auf Brusthöhe in unsere Rose ,bzw. im Efeu dahinter, auf der linken Seite unseres Innenhofs gebaut. Rechts die Rotschwänzchen und links eine Heckenbraunelle (wie ich von Google erfahren habe.....). Wir waren quasi vogeltechnisch umzingelt und eigentlich wollten wir den Rest der Terrasse abreißen (wir hatten schon begonnen). Also Arbeiten eingestellt, weil die brütenden Vögelchen unbedingt ungestört bleiben sollten (die waren echt sehr scheu).
Die Heckenbraunelle hat quasi direkt neben unserem Gartentisch gebrütet.... was zwar super unpraktisch für Renovierungsarbeiten und Grillabende ist, ABER unglaublich praktisch für die Vogelbeobachtung.
Sobald Mama Heckenbraunelle weg war (konnte ich vom Küchenfenster aus sehen), hab ich in das Nest gelünkert (gaaanz vorsichtig, versteht sich).
Und so konnte ich ein kleines Biobeobachtungs-Foto-Experiment starten.....


Ein Blick ins Nest, als die Mama mal kurz ausgeflogen war. 3 oder 4 Eier, es war spannend... man konnte echt gut ins Nest gucken, da es sehr niedrig in den Efeu gebaut war. Das ist wohl auch der Grund, warum das Gelege der Heckenbraunellen oft geplündert wird. Da drohte ihr bei uns keine Gefahr, die Babys konnten geschützt aufwachsen. Das der Innenhof so lange tabu war, das fanden unsere Kinder auch okay. Ich wurde auch schon angemeckert das ich da rumlaufe, aber ich musste ja auch noch die Pflanzen gießen, und da hatte ich keine Wahl. Mama Braunelle guckte auch immer arg pikiert, wenn ich das gemacht habe, aber that's life...




8 Tage später....ich hatte nicht damit gerechnet, das die Küken schon geschlüpft waren, ich hätte sonst nicht geblitzt... aber hier scheinen sie ganz frisch geschlüpft zu sein (und sahen entsprechend häßlich aus....) und die Äuglein waren noch zu, also nicht so schlimm. Ganz ehrlich, Babys sind ja im allgemeinen süß, aber Vogelbabys.... so ziemlich das Häßlichste, was ich kenne, aber das ändert sich ja mit wachsen eines Federkleides.....


6 Tage später... beim Gießen gesehen, dass die Küken nun schon über den Rand gucken konnten und promt ein Foto gemacht. Die Fotos hatte ich bislang alle mit dem Handy geschossen, da kam man besser durch die Rosendornen durch. Dann hab ich vergrößert. Hier sehen die Kleinen schon echt hübsch aus und wachsen rasant. Kein Wunder, die sperrten quasi permanent den Schnabel auf, auch wenn beim Rosen gießen mein Schatten auf das Nest fiel, könnte ja Mama sein, die Futter bringt.....



Für eine bessere Nahaufnahme hatte ich einen Tag später dann mal meine richtige Kamera gezückt. So konnte ich von weiter weg ranzoomen und ordentliche Fotos machen, ohne die Vögelchen zu verschrecken. Ich hab mich auch immer beeilt, damit die Mama mich nicht noch entdeckt und Stress bekommt.
Sind sie nicht entzückend, die Drei (der dritte hat sich versteckt..)



Nochmal 2 Tage später. Hier sieht man auch alle drei beieinander und sie wachsen wie verrückt, ein echter Unterschied zum Tag davor. Ist die Frisur nicht einfach der Hammer?



Und als ich dann einen Tag später wieder Blumen gegossen habe, sah ich, dass das Nest leer war... Keine Küken, die mich anguckten. Weg.... Da hab ich dann nochmal einen Handyblick gewagt und noch ein unausgebrütetes Ei entdeckt. Es waren also ursprünglich tatsächlich 4 Eier und die drei flüggen Küken waren  nun irgendwo im Innenhof unterweg. Mama kam auf jeden Fall noch fleissig füttern. Daher hab ich gesehen, dass die Kleinen sich im einzigen richtigen Blumenbeet im Innenhof unter den Pflanzen versteckt hatten.



Und ich hab ein paar Tage später tatsächlich eines bei Flugversuchen mit der Kamera erwischt. Hat sich auf unserem Terrassentrümmerstapel ausgeruht. Ich musste tatsächlich auch zweimal retten, weil sich die Küken so doof verflogen hatten, dass noch nicht mal Mama mehr dran kam und die Kleinen definitiv nicht mehr raus... die hat dann gewartet, bis ich das Holz beiseite geräumt hatte und das Kleine dann rausflog. Ich habe dann auch jeden Tag mehrere Kontrollblicke gewagt, nicht, dass noch was passiert, schließlich hatten wir wirklich dumme Ecken durch den ganzen Abrisskram, der da lag.



Mama in Wartestellung zum füttern....



Allmählich wurde sie dann auch etwas entspannter und sie ließ sich beim Füttern beobachten. Als es dann so unglaublich heiß wurde, da haben sich die Küken durch einen Spalt unter der Scheunentür in die Scheune geflüchtet (wo die Rotschwänzchen schon ausgeflogen waren). Als dann definitiv alle Drei endgültig flügge waren und sich davon gemacht hatten, hab ich mal einen Blick in die Scheune geworfen: alles zugepflastert mit Vogelhinterlassenschaften. Sie hatten eine Lieblingsteppenstufe, das konnte man definitiv erkennen.....



Und als ich dachte, der Innenhof gehört wieder uns, da hatten wir noch kurz einen jungen Zaunkönig zu Gast. Wohl gerade flügge, hat er sich verflogen und den ganzen Vormittag wie blöd gepiept. Das hat ja dann irgendwie mein Mutterherz berührt. Mama Zaunkönig hat aber ungerührt auf der Dachrinne gesessen und gerufen.



Mir gelangen dann noch einige Bilder von dem winzigen Federbällchen. So klein und soooo laut... echt, den hat man durch die ganze Nachbarschaft piepen hören. 2 Tage saß er mal hier mal da rum, die Mama hat gefüttert und gelockt. Bis sich der kleine Held dann ein Herz gefasst hat und losgeflogen ist. Erst auf unser Gerümpel, von da in die Rose und dann aufs Dach. Mama immer vorneweg. Das Gepiepe hab ich noch tagelang gehört, immer aus verschiedenen Nachbargärten. Echt laut, der Zwerg.



Und wieder so eine coole Frisur (den Sperrmüll bitte nicht beachten)....


Tja, und nachdem nun alle Vogelkinder in die weite Welt ausgezogen sind, können wir dann mal wieder weiter Sperrmüll produzieren (und mal endlich entsorgen...)
Die Rotschwänzchen unterm Scheunendach sind übrigens ganz sang und klanglos verschwunden. Wir haben nur das laute Gepiepe beim Füttern gehört (zum Schluß sogar durchs geschlossene Fenster)... schade, ich hätte gerne auch von den hübschen, kleinen Piepern ein Foto gemacht, aber das haben die mir nicht gegönnt.

Aber auch so habe ich Euch jetzt jede Menge Bilder von unserer Kinderstube zeigen können. Aber nochmal brauch ich so eine Sperrzone nicht (aber ob die Vögelchen da Rücksicht drauf nehmen?? Bin gespannt aufs nächste Jahr).... Ich hoffe, Euch hat es gefallen.

Bis denn,


Euer Känguru






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